Kinder Tagesstätten der ev.-luth. Gemeinden Cuxhaven - Wir laden Sie ein, uns zu erleben!

Volles Haus bei der Kita-Diskussion

838806624a.jpgCUXHAVEN 25. August 2011. Vor voller Kulisse nahmen am Dienstag in Captain Ahab's Culture Club die Kandidatin und Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt Stellung zum Thema Krippen und Kitas.

Entsprechend aufgeregt war der Elternbeirat der ev.-luth. Kindertagesstätte Altenwalde, der den Abend in Zusammenarbeit mit dem Stadtelternrat initiiert hatte, als er in einer kleinen Szene zeigte, was sich morgens halb zehn in einer Krippe abspielt: Lärmkulisse, kleine Kinder, die nicht sprechen können und von denen jedes etwas anderes will - und dann noch die Krankmeldung einer Kollegin, die flugs von einer den Kindern unbekannten Erzieherin ersetzt werden muss.

Die Zweifel an den Mindeststandards und dabei vor allem am Personalschlüssel für Krippengruppen, wo laut Gesetz 15 Kinder von zwei Erzieher/innen betreut werden sollen, waren auch der Anlass, das Thema in die Öffentlichkeit zu rücken.
Pastor Jürgen Köster, der den Abend moderierte, hatte eine große Runde vor sich: Neben den OB-Kandidaten Susanne Puvogel (SPD), Dr. Ulrich Getsch (gemeinsamer Kandidat von "Jamaika") und Rüdiger Kurmann (Wählergemeinschaft "Die Cuxhavener") standen Kita-Leiterin Andrea Blohm, Landtagsabgeordnete und Kreis-Jugendhilfeausschussvorsitzende Daniela Behrens und Uwe Santjer, Kita-Fachberater, Rede und Antwort. Andrea Blohm schilderte, was die derzeitigen Mindeststandards bedeuten: "Egal, wo man zieht, die Decke ist immer zu kurz." Die Arbeit in den Kitas sei gut, aber Fachkräftemangel und Zeitdruck machten sich an allen Ecken bemerkbar. Seit den 70er Jahren habe sich bei den Rahmenbedingungen nichts verändert, dafür aber seien die Aufgaben erheblich gewachsen. Allerdringendster Wunsch: Endlich drei Fachkräfte pro Krippengruppe.
Susanne Puvogel, deren "politische" Wurzeln in der Elternarbeit liegen, forderte die Anerkennung der Kitas als Ort ganzheitlicher Bildung. Kindergärten heute sähen sich einer erheblich höheren Erwartungshaltung gegenüber und seien ein wichtiges familienpolitisches Element.
"Irgendeine Unterbringung" reiche nicht, so Dr. Ulrich Getsch. Nach einer vier Jahre dauernden, teuren Ausbildung dürfe sich die spätere Tätigkeit nicht aufgrund Zeitmangels in einer simplen Betreuung erschöpfen. Beratung der ganzen Familie werde immer wichtiger.
Rüdiger Kurmann betonte, er wolle nur über Dinge sprechen, die ein Oberbürgermeister auch beeinflussen könne. Deutschland müsse sich vorwerfen lasen, dass im Ausland mit der Kinderbetreuung vieles besser laufe. Das schlage sich dort auch in steigenden Geburtenzahlen nieder.
Uwe Santjer: "Die Kita-Mitarbeiter haben Sehnsucht danach, einfach mal da zu sein, mehr Zeit zu haben." Was dort alles allein an Verwaltungsaufgaben zu erledigen sei, sei überhaupt nicht mehr zu handhaben.
Daniela Behrens setzte sich dafür ein, "alle Möglichkeiten zu nutzen, die Elternbeiträge so gering wie möglich zu halten."
Eine lebendige Fragerunde, in der noch einmal die Positionen der Eltern, aber auch der Beschäftigten deutlich wurden, beendete den Abend.
Von Maren Reese-Winne

 Quelle: http://www.cn-online.de

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